Vor 3 Jahren sagte ich: Es wird eine Zeit kommen, da werden wir Angela Merkel vermissen.
Ich sagte das im Scherz. Doch heute bin ich mir nicht mehr sicher. Sie muss nicht in die Regierung, aber zurück an die Spitze der CDU. Unter ihrer Führung gab es solche Verbalausfälle wie Merz, Spahn, Linnemann, Ploß und den Lobbyisten Ostermann nicht. Das bürgerliche Selbstbild der Union hat nicht nur ein wenig gelitten, sie haben es mit dem Arsch eingerissen und tragen es wie ein Feigenblatt vor ihrem rechtspopulistischen Gesehrschlecht.
Es gab eine Zeit, da hat die Union wenigstens nach außen hin versucht Politik zu machen. Passiert ist am Ende nichts und der hinterlassene Reformstau hat zur Überforderung der Bevölkerung geführt, als die Ampel übernommen hat, zusammen mit der suboptimalen Kommunikation der Projekte, die seitdem angegangen wurden, aber natürlich auch mit der unglaublichen Schmutzkampagne, die aus „konservativen“ Kreisen gefahren wird und das seit 2021, sowie der durchgehenden Erpressung durch die FDP, die mindestens einmal die Woche den Ausstieg aus der Regierung ankündigt, wenn nicht alle ihre Forderungen erfüllt werden, auch wenn diese durch die Bank weg dem Koalitionsvertrag widersprechen.
Sie treibt die Regierung vor sich her, in der sie selbst steckt, im Wissen, dass sie nichts zu verlieren hat. Nach bisherigen Umfragen fliegt die FDP sowieso bei der nächsten Bundestagswahl aus dem Parlament, da kann man noch ein paar libertäre Wünsche erfüllen. Die anderen können nichts dagegen tun, als ratlos daneben zu stehen und zuzuschauen, wie eine Errungenschaft nach der nächsten abgerissen wird. Nach der nächsten Wahl wird Lindner in irgendeinem Vorstand verschwinden und seinen Lohn einfahren für die geleisteten Dienste.
Ich habe auf Bluesky, Threads und Xitter gefragt, was die Leute denken, in welchem Vorstand er landen wird. Das sind die Antworten.
- Porsche
- VW
- Post
- Bahn
- RWE
- Verband für heiße Luft und Wirtschaftsexpertisesimulationen e.V.
- Gazprom
- ExxonMobil
- Sanifair
Wir leben mittlerweile in einem postfaktischen Zeitalter, in dem der Populismus mit seiner bewussten Desinformation regiert und die Menge dem folgt, der das schwärzeste Bild am lautesten malt.
Die Union ist da ganz vorne mit dabei. Lösungen interessieren nicht mehr, man hat selbst keine, maximal Konzepte. Man schaut nur noch nach rechts und hofft ein klein wenig lauter zu sein bei der Schwarzmalerei. Es ist eigentlich ziemlich erbärmlich, wie eigene politische Entscheidungen der letzten Jahre, nun denen angehängt werden, die den Karren irgendwie versuchen aus dem Schlamm zu ziehen. Gleichzeitig wird man nicht müde zu erwähnen, mit wem man in einer zukünftigen Regierung nicht koalieren will und werde. Man wird nicht müde zu erwähnen, wie schlimm doch alles ist. Die Brandmauer gegen rechts, von der Fritze Merz jetzt auch nichts mehr wissen will, verläuft jetzt links der Union.
Da stellt sich am Ende nur die Frage, mit wem man koalieren wird. Mit der afd, mit der man nichts zu tun haben will? Mit der BSW? Der SPD und/oder den Grünen? Viel mehr Möglichkeiten gibt es da ja nicht mehr. Nach aktuellem Umfragestand würde die GROKO keine Mehrheit haben und so zur KLEIKO werden.

Der Union wird gar nichts anderes übrig bleiben, als einen dritten ins Boot zu holen und da blieben nur noch Grüne, afd oder BSW. Allerdings ist die afd nicht demokratisch, die BSW steckt zu sehr in des Zaren Hintern und mit den Grünen geht es auch nicht, da diese ja der politische Hauptgegner sind. Also was darf es nach der nächsten Bundestagswahl werden? Chaos, Steigbügel halten oder der Versuch Politik zu machen? Wir werden es erleben.
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